Das Team vom Klassenzimmertheater ein langjähriger liebgewonnener Gast im Elgym

Auch heuer wieder durften wir ein Stück aus dem großen Repertoire des Klassenzimmertheaters erfahren. Klassenzimmertheater bedeutet Theater im Klassenzimmer. Die Schauspielerin oder der Schauspieler, der mit einem Regisseur ein Stück erarbeitet hat, kommt in das Klassenzimmer und spielt dort ein 50-minütiges Theaterstück. Anschließend werden die behandelten Themen mit Theaterpädagogen auf- und nachbearbeitet. Das Stück bietet die Reibungsfläche für eine Kommunikation, die „echt“ ist und den Schülern die Möglichkeit gibt ihren wirklichen Gedanken und Gefühlen Raum zu geben.

Im siebenten Jahr des gemeinsamen Erfahrens des Theaters im Klassenzimmer war der Besuch sogar kostenfrei und somit ein besonderes Geschenk kurz vor Weihnachten. In jedem ungeraden Jahr profitiert davon „meine Klasse“ (die natürlich nicht mir gehört, vielmehr ein Teil von mir ist). Nach dem Stück „BISSwert“ in der ersten Klasse zum Thema Mobbing – Bei dem aus der Sicht des Täters gemeinsam erfahren wird, wie Heilung in Form von Erlernen des Gegenteils von Mobbing, nämlich Wertschätzung geben, erfolgt. – , dem Stück „Meine Mutter MEDEA“ in der dritten Klasse zum Thema Fremdsein – Bei dem die Verletzungen, die das Leben auf der Flucht mit sich bringt, all die nie gesagten Sätze, all die Wünsche, Träume und Hoffnungen ans Tageslicht kommen und über das Gefühl, keine Ahnung zu haben, was der Begriff Heimat verdammt noch einmal bedeutet Raum gegeben wird. –, dem Stück „MONEY makes the world go round“ in der fünften Klasse zum Thema Banken- und Wirtschaftssystem – Bei dem in Auseinandersetzung mit unserem Wirtschaftssystem über Alternativen zu den gängigen Bankpraktiken nachgedacht und eine Bank, transparent, jugendlich und mit gesellschaftlichen Engagement gegründet wird. –, war es diesmal in der 7A das Stück „violence“ zum Thema Gewalt, das uns fesselte.

Violence ist eine Geschichte über Gedanken, die Leid verursachen. Ein clowneskes Theaterstück fürs Klassenzimmer mit viel Selbstironie und Fremd- und Selbstbekämpfung. Zwei Skelette betreten das Klassenzimmer. SIE macht sich über alle lustig, SIE hat immer schon „nur Witze“ gemacht. Dabei ist SIE provokant und angriffslustig. ER will sich endlich mal austoben, nachdem er früher immer so zurückhaltend war. Es entspinnt sich nach und nach die Geschichte ihres Todes. SIE wollte damals nur witzig provozieren, und hat IHN dadurch zum Mobbingopfer gemacht. ER sah nur noch den einen Ausweg im Suizid. Als sie versucht vor ihren Schuldgefühlen wegzulaufen, läuft sie vor einen LKW. Sie sind wie Clowns, die als „Tote“ nun über allem Leid stehen und darüber lachen können. Dennoch werden sie immer wieder eingeholt von ihrem „menschlichen“ Leiden und Gedanken. Nun sind sie wieder vereint und sie spielen -mit- Mobbing. Was ist Gewalt? Wo fängt sie an? Im Kopf? In der Hand? Worauf könntest du eher verzichten auf Lügen oder auf Witze? Schwierige Fragen mit tiefgreifenden Erkenntnissen, wenn man die sich die Mühe macht über die eigenen Resonanzen und Gedanken zu reflektieren! Berührend ehrlich und auch widersprüchlich durch die ge- und erlebten Polaritäten. Steckt in vielen Witz nicht einiges an Schwindelei und ist so manche Lüge bei näherer Betrachtung nicht eigentlich ein Witz?

Vielen Dank für die vielen guten Impulsen zum Nach- und Einfühlen, sowie dem diesmal besonders zahlreichen Besuch durch Schauspieler/innen, Theaterpädagoginnen, Fotografin und der großartigen Leiterin des Klassenzimmertheaters Dana Csapo.

Mag. Barbara Klaus

Für weiter Infos: http://www.klassenzimmertheater.at/

Klassentheater 

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